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Pressemitteilungen

29. Mai 2020: Gemeinsame Pressemitteilung BUND und AbL

Weltmilchtag: Runter mit der Milchmenge für Umweltschutz und Bauernhöfe

BUND und AbL fordern jetzt eine vorsorgliche Milchmarktpolitik. Statt Milch einzulagern, Mengendrosselung

Berlin/Hamm. Anlässlich des Weltmilchtages am 1. Juni 2020 fordern der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) einen Richtungswechsel in der aktuellen Milchmarktpolitik. Klima- und umweltverträgliche Milcherzeugung und wirtschaftliche Perspektiven auf den Bauernhöfen sind klar vereinbar, wenn der politische Rahmen stimmt. Aktuell ist der Milchmarkt bis auf weiteres massiv angespannt und die Erzeugerpreise sind zum Teil auf unter 30 Cent für einen Liter Milch abgerutscht. Im ersten Quartal wurden 2,8 Prozent mehr als gegenüber dem Vorjahreszeitraum gemolken. Die größere Milchmenge trifft Corona-bedingt auf eine gesunkene Nachfrage, die derzeit nur sanft steigt, etwa durch die Lockerungen in der Gastronomie.

"Die Gesellschaft fordert mehr Klimaschutz und Artenvielfalt. Bäuerinnen und Bauern sind bereit, ihre Höfe dahin weiterzuentwickeln, wenn sie für ihre Produkte auch angemessen entlohnt werden", sagen Elisabeth Waizenegger, Milchsprecherin im Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und der niedersächsische Landesvorsitzende Ottmar Ilchmann."  Der Europäische Green Deal zeigt Strategien dafür auf. Aber die Politik in Deutschland steht auf der Vollbremse. Die Agrarminister von Bund und Ländern unterschiedlicher Parteifarbe haben sich jüngst erst für die private Lagerhaltung entschieden, ein veraltetes Instrument. Die Milchüberschüsse werden weiter produziert und belasten den Markt mindestens mittelfristig. Besser wäre es, die Überschüsse zu vermeiden. Als erster Schritt ist die private Lagerhaltung mit einer wirksamen Mengendrosselung zu verknüpfen. Weiterhin muss EU-weit ein Programm zur freiwilligen Mengenreduzierung gestartet werden, das teilnehmende Bauernhöfe entschädigt. Dieses Konzept hat bereits in der Milchkrise 2015/2016 eine starke Wirkung zur Marktentlastung entfaltet. "

"Anstatt auf Preisstürze immer wieder mit der Unterstützung privater Lagerhaltung zu reagieren, ist es sinnvoller, die seit langem vorliegenden Vorschläge zur Mengenregulierung bei der Milch umsetzen zu können", fordert Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND. "Die Milchmenge muss an den europäischen Bedarf angepasst und weiter reduziert werden. Ziel sollte eine nachhaltige und regionale Milcherzeugung sein, die nicht wie jetzt auf importiertes klimaschädliches Soja aus Übersee setzt, sondern auf heimisches Eiweißfutter. Statt die Agrarpolitik weiter auf Exporte, Dumping und den Weltmarkt auszurichten, brauchen wir mehr Kühe auf der Weide, artgerechte Haltung und Fütterung. Das hilft nicht nur dem Tierwohl, sondern erhält wichtiges Grünland, schützt damit das Klima und die Biodiversität", so Bandt.

Auch die Molkereien schlagen Alarm, dass der Milchpreis aufgrund der Milchüberschüsse weiter sinkt. Sie fordern seit ein paar Wochen ihre Mitglieder auf, die Mengen zu reduzieren. Die norddeutsche Molkerei Ammerland spricht sich sogar für einen freiwilligen Lieferverzicht auf EU-Ebene gegen Entgelt aus. Auch im Milchindustrieverband organisierte Molkereien begrüßen eine freiwillige Mengensteuerung. "Die Molkereien sollten mit in die Pflicht genommen werden. Deshalb fordern wir einen EU-weiten Solidaritätsfonds, in den die Molkereien einzahlen. Die Mittel sind zweckgebunden und ausschließlich für die Honorierung von Mengendisziplin auf Bauernhöfen einzusetzen", sagt Elisabeth Waizenegger.

Kontakte:
Elisabeth Waizenegger/AbL: 08330-1413. Berit Thomsen/AbL: 0157-85075279.
Christian Rehmer/BUND: 0174-3932100.


zur Erinnerung:  Kurzarbeit für Kühe


 

20.05.2020 Elisabeth Freesen, unsere Bundesvorsitzende aus Verden/Aller, zum "green deal" der EU

Fair, gesund und umweltfreundlich mit Leben füllen. Qualität und Leistung honorieren. Gentechnik-Verfahren fehl am Platz

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) ruft EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf, es nicht bei den Strategien "Farm to Fork" und EU-Biodiversitäts-strategie zu belassen. Um die Praxis auf den Höfen, in der Ernährungswirtschaft, im Lebensmittelhandel und an den Mittagstischen fair, gesundheits- und umweltfreundlich auszurichten, brauche es einen Neustart in den Verhandlungen zur EU-Agrarpolitik.

"Gut ist, dass Frau von der Leyen ihre Amtszeit an echten Fortschritten messen lassen will, die wir für Klimaschutz, Gesundheit, Artenschutz und fairen Umgang des Handels und der Ernährungswirtschaft mit Bäuerinnen und Bauern wie auch mit Verbraucherinnen und Verbrauchern dringend brauchen", kommentiert die AbL-Vorsitzende Elisabeth Fresen. "Der Realitätscheck dafür läuft aber gerade, und er läuft nicht gut. Denn die ungenügenden Vorschläge der Vorgängerkommission zur Reform der EU-Agrarpolitik werden sowohl im Rat der Agrarministerinnen und Agrarminister als auch im Europäischen Parlament Stück für Stück verwässert und drohen gänzlich wirkungslos zu werden", sagt Fresen. "Um das umzudrehen und echte Fortschritte in der 2021 beginnenden Förderperiode zu erreichen, ist jetzt ein inhaltlicher Neustart in diesen Verhandlungen für eine grundlegend modernisierte Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik erforderlich", so die Bäuerin aus Niedersachsen.

Um die Ernsthaftigkeit der Ziele zu beweisen, solle die EU-Kommission in ihrem für kommende Woche angekündigten neuen Vorschlag zum Mehrjährigen Finanzrahmen der EU bereits klare Vorgaben für die Gemeinsame Agrarpolitik verankern. Insbesondere einen Mindestanteil von zunächst 30 Prozent der Direktzahlungen für die neuen Umwelt-Regelungen (Eco-Schemes), eine Rücknahme der Kürzungspläne für die Förderung der Ländlichen Entwicklung (zweite Säule) sowie wirksame Regeln zur Vermeidung von Überschusssituationen und Marktkrisen, wie derzeit im Milch- und Rindfleischmarkt, fordert die AbL. Hierfür sollten sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerin Julia Klöckner einsetzen. "Ihre bevorstehende EU-Ratspräsidentschaft muss die Bundesregierung nutzen, um die gesellschaftlichen Leistungen der bäuerlichen Betriebe gezielt zu honorieren. Es muss für die Betriebe wirtschaftlich werden, für Klima-, Umwelt-, Tierschutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt zu arbeiten", so Fresen....


Billigproduktion gefährdet Menschenleben

11.05.2020 Agrarbündnis fordert Stilllegung verantwortungsloser Ernährungsbetriebe
(AbL e.V.,BUND Landesverband Niedersachsen e.V., ALSO Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg)

Vorsorglich handeln und Milchkrise vermeiden

AbL fordert die AgrarministerInnen auf, sich für Freiwillige Mengendrosselung auf EU-Ebene einzusetzen und schlägt Instrumente vor

Am 08.05.2020 veröffentlicht die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) ihre neue Position zum äußerst angespannten Milchmarkt in der Corona-Pandemie und eine bäuerliche Videobotschaft. "Unsere Milchpreise sind auf Talfahrt", sagt Elisabeth Waizenegger, Biomilchbäuerin im Allgäu und Milchsprecherin im Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). "Auf dem Spotmarkt sank der Milchpreis bereits auf unter 30 Cent. Auch Molkereien haben Preise unter der 30-Cent Marke angekündigt. Das ist absolut kritisch für die bäuerliche Milchwirtschaft in Deutschland. Überhaupt nicht nachvollziehbar ist, dass die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nur auf veraltete Instrumente wie die private Lagerhaltung setzt. Viel besser wäre es doch, die Überschüsse gar nicht erst zu produzieren, oder mindestens die private Lagerhaltung mit wirksamer Mengendisziplin in den Molkereien zu verbinden. Dafür müssen sich die Agrarminister stark machen."

"Es wird deutlich, dass die Molkereien unterschiedlich betroffen sind. Einigen bricht der Absatzmarkt weg, etwa wenn sie die Gastronomie beliefert haben und sie fordern ihre Mitglieder teilweise von sich aus auf, weniger Milch zu liefern. Andere Molkereien können die Nachfrage im Einzelhandel kaum bedienen", sagt Ottmar Ilchmann, konventioneller Milchbauer und AbL-Landesvorsitzender in Niedersachsen. "Die Molkereien können und müssen sich jetzt solidarisch verhalten, um die Milchkrise vorsorglich abzuwenden. Deshalb fordern wir von den Agrarministern die Einrichtung eines Fonds auf EU-Ebene, in den die Molkereien einzahlen. Aus diesem Fonds können die Molkereien, die Absatzprobleme haben, ihre Bäuerinnen und Bauern für Mengenreduzierung honorieren. In Frankreich wird aktuell für jeden Liter nicht gelieferte Milch 32 Cent bezahlt. Das ist ein Anreiz für die Bauernhöfe, die Menge zu drosseln."

"Die Anzeichen für eine drohende Krise sind massiv, deshalb müssen umgehend auf EU-Ebene mengenwirksame Marktkriseninstrumente aktiviert werden, damit Bäuerinnen und Bauern ihre Milchmenge gegen Entschädigung reduzieren können. Damit kann verhindert werden, dass die Corona-Krise zu einer Milchbauer-Krise wird. Freiwillig, damit die individuellen Gegebenheiten auf den Milchviehbetrieben berücksichtigt werden", sagt Kirsten Wosnitza, konventionelle Milchbäuerin in Schleswig-Holstein. "Intensivere Betriebe haben die Möglichkeit, in gewissem Umfang die Fütterung zurückzuführen und damit die betriebliche Milchmenge zu senken. Betriebe, die ihre Kühe hauptsächlich über Weidegras und mit weniger Kraftfutter füttern, sind weniger flexibel und können auf Maßnahmen wie die Kühe früher trocken stellen zurückgreifen. Die Agrarminister diskutieren am Freitag die Reform der EU-Agrarpolitik und die anstehende Milchkrise zeigt wieder einmal mehr, dass es auch in Zukunft ein starkes Kriseninstrument in der Marktordnung der EU-Agrarpolitik braucht, um einen Preisverfall für die Bauernhöfe vorsorglich und verantwortungsbewusst abzuwenden."

Die Corona-Krise darf nicht dazu führen, dass Aushilfsarbeiter "verheizt" werden.
Lesen Sie dazu einen offenen Brief von Prälat Kossen an unseren Ministerpräsidenten:
Offener Brief an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil und den nordrheinwestfälischen Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann

Höchste Zeit für eine Regionalisierung in der Ernährungswirtschaft
Sorge um krisensichere Ernährung schweißt zusammen

NWZ-Podiumsdiskussion mit Ministerin Otte-Kinast, AbL-Vertretern aus Niedersachsen und Vertreter anderer Verbände am 08.01.20 in Westerstede, https://www.nwzonline.de/wirtschaft/weser-ems/westerstede-podiumsdiskussion-nwz-bringt-bauern-an-einen-tisch_a_50,6,2694490156.html

Umwelt und Klimaleistungen in der EU stärken, Unabhängige Bauernstimme, 17.12.2019, https://www.bauernstimme.de/news/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=2880&cHash=bba6a0971460a39916e6c5cf4571171a

PM zum neuen Ackerbaupapier der AbL, 13.12.19

Interview mit dem Bundesvorsitzenden Georg Janssen im Deutschlandfunk, 26/11/19,

Agrarpolitische Strategie muss auf den Tisch, PM zu den Bauernprotesten, 26.11.19

Zerstörerischen Frontenkrieg beenden, NWZ, 22.11.2019

Ministerin Klöckner muss Landwirtschaftskommission schaffen, Gemeinsame Erklärung von AbL, BUND, Brot für die Welt und GREENPEACE, 18.10.19

Stiller Protest auf den Feldern, 01.10.2019, https://www.tagesschau.de/inland/landwirtschaft-109.html

Pressemeldungen(Auszüge) zur Blockade des Futtermittelhafens in Brake am 18.09.2019:

https://www.weser-kurier.de/region/region-fotos_galerie,-bauern-in-brake-demonstrieren-fuer-mehr-klimaschutz-_mediagalid,39999.html

ab Minute 2:55 https://www.butenunbinnen.de/videos/umsechs-584.html

https://www.nwzonline.de/wirtschaft/weser-ems/brake-potest-gegen-mercosur-freihandelsabkommen-bauern-legen-braker-hafen-lahm_a_50,5,37609499317.html

AbL-Pressemeldung, Bäuerinnen und Bauern fordern Einhaltung der Klimaziele, 17.09.2019

AbL-Pressemitteilung, Mercosur und Milchmärkte, 11.09.2019

AbL-Pressemitteilung, Agrarpaket ist Chance zum Liefern, 04.09.2019

NWZ, Interview mit Ottmar Ilchmann zur Düngeverordnung, 29.08.2019, https://www.nwzonline.de/wirtschaft/weser-ems/im-nordwesten-agrar-politik-im-nordwesten-strengere-duenge-regeln-nur-scheinloesung_a50,5,2953347348.html

DLF Kultur/Länderreport: Interview mit Hilde Weeg und unserem Landesvorsitzenden Ottmar Ilchmann am 19.08.2019 zur Nitratbelastung, 19.08.2019

Bauern stellen Strafanzeige gegen Facebook-Beitrag einer Tierrechtsorganisation, 19.08.2019

AbL fordert richtige Anreize für Klima, Tierwohl und Umwelt, 08.08.2019

AbL-Presseerklärung Tönnies, 05.08.2019

Radio Jade im Gespräch mit Ottmar Ilchmann zum Protest vor dem DMK in Edewecht am Vorabend des Tages der Milch am 1. Juni 2019, 05.06.2019, www.radio-jade.de/alle-beitraege/normalbeitraege/wirtschaft/2019/06/demonstration-der-milchbauern/

topagrar zum Tag der Milch und dem Protest beim DMK in Edewecht, 03.06.2019, https://www.topagrar.com/rind/news/abl-viele-milcherzeuger-leben-von-der-substanz-11550442.html?utm_content=index

Abl-Pressemitteilung zum Tag der Milch am 1. Juni 2019

Protest zum Tag der Milch am 1. Juni 2019 vor dem DMK in Edewecht, 31.05.2019, https://www.nwzonline.de/ammerland/wirtschaft/edewecht-ramsloh-niedrige-milchpreise-milchbauern-im-ammerland-machen-ihrem-aerger-luft_a_50,4,3776581848.html

AbL fordert stärkere Umschichtungen von Direktzahlungen, 24.05.2019, Stellungnahme zum Gesetzentwurf des BMEL

Diskussion mit dem Europaabgeordneten der Grünen, Ottmar Ilchmann und anderen Vertretern am 17.05.19 in Hatten, https://www.nwzonline.de/odenburg-kreis/politik/munderloh-diskussion-zur-europawahl-in-munderloh-duemmste-art-der-verteilung-in-der-landwirtschaft_a_50,4,3276079506.html

Das Höfesterben in der Region und die Gründe, Interview mit dem Landesvorsitzenden Ottmar Ilchmann und Radio Jade, 22.05.2019, http://www.radio-jade.de/alle-beitraege/2019/05/das-hoefesterben-in-der-Region-und-die-Gruende/

Neue Gentechnik-Verfahren, Gentechnik durch die Hintertür ist undemokratisch, 09.05.2019

Bayer-Hauptversammlung in Bonn, 26.04.2019, Foto der AbL-Aktion hier

Bericht von Ottmar Ilchmann (Landesvorsitzender) zum Thema "Gemeinsame Agrarpolitik 2020, Landwirtschaft wieder den gesellschaftlichen Bedürfnissen anpassen" auf Seite 8-11 der VEN-Positionen 1/2019 (Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen), hier

Dennree erhöht Preisdruck bei Biokartoffeln, 18.04.2019

Bürgermeisterkandidat*innen im Ammerland versprechen offenes Ohr für Landwirtschaft und Naturschutz, 11. April 2019, 1. Foto, 2. Foto

GAP-Reform, 11.10.2018

Agrarministerkonferenz sollte Leistungen der Bauern unterstützen, 27.09.2018

Tropfen - So siegt die Dürre: Ein Artikel von Tanja Busse aus "Der Freitag", Ausgabe 35/2018 vom 01.09.2018

Landesregierung bricht Versprechen an Weidemilchbauern, 28.06.2018

Wolf und Weidehaltung, 18.06.2018

Wegfall der Ausgleichszulage - verheerendes Signal für Weidetierhalter, 24.01.2018