Am Samstag, den 5. Februar 2022, überreichte der AbL Landesvorstand Minister Olaf Lies einen "Stein im Brett" für seinen dialogischen Politikansatz - schön, wenn man sich gesehen fühlt und sich qualifiziert über die wahrhaft brennenden Problematiken austauschen kann. (Bild anklicken!)

Bauernstimme

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Herr Lies, wo stehen wir auf dem "Niedersäsischen Weg"?

Der Nieders. Umweltminister Olaf Lies nimmt auf unserer Herbsttagung Stellung zum aktuellen Stand des Niedersächsisichen Weges; er verweist auf eine zusätzliche Generierung von Landesmitteln in Höhe von 120 Mio. Euro, die in den Erschwernisausgleich für Natur- und Gewässerschutz fließen können. Bei der Umsetzung fehlen unseren engierten Mitgliedern Signale aus den Ministerien, um den kooperativen Weg in den Regionen zu ebnen. Neben den mittlerweile scheinbar dominierendem Klein-Klein der ökologischen Stationen, ihrer Arbeitsweise und Besetzung nahm darüberhinaus das Moor einen großen Stellenwert ein. Hier hat die AbL profundes Wissen in ihren Reihen. Die Landesregierung sieht in der Moorbewirtschaftung oder Nichtbewirtschaftung ihren fast einzigen Hebel, um CO2 aus dem „Verkehr zu ziehen“. Bis 2030 sollen jährlich 1,2 Mio Tonnen CO2 eingespart werden, das entspricht einer Vollvernässung von ca. 40 Tausend Hektar und einer enormen Wasserbevorratung um in den Sommermonaten die Nässe halten zu können. Die Zustände der diversen Moore im Landesgebiet sind allerdings extrem unterschiedlich zu bewerten; viele Strukturen dürften unumkehrbar zerstört sein, so daß sie für den CO2 Plan nicht mehr in Frage kommen; selbst dort, wo sich scheinbar große Hochmoorflächen für die Vernässung anbieten, ist dessen Durchführung mit großen Schwierigkeiten verbunden. Auf mittlere Sicht wird es für Bauern auf diesen Flächen zu großen Veränderungen kommen müssen, falls irgendetwas beim Klimaschutz auf die „Haben-Seite“ kommen soll. Herr Lies geht davon aus, daß die angestrebten Effekte nicht auf der Basis der Freiwilligkeit erzielbar sein werden.

Er betonte in diesem Zusammenhang, das der kooperative Stil beim Nieders. Weg ein Modell für kommende konfliktträchtige Entscheidungen sein soll.

Ottmar sprach ihn noch auf die unseelige Situation beim Agrardialog an, wo er darauf hofft, daß die Politik dem DBV und dem Raiffeisenverband nicht alle Eigenmächtigkeiten kommentarlos abkauft. Leider macht dieses Vorgehen bei den Ergebnissen der Zukunftskommission leider ebenfalls Schule.

Auch das Fehlen der Ökoregelungen für die Weidewirtschaft in den GAP und die fehlende Unterstützung bei den regionalen Vermarktern wurde von Eberhard Prunzel-Ulrich durch eine schlaue Geschenkekiste thematisiert – gerade das Wirtschaftsministerium schert sich einen Deut um hier bestehende Problematiken und schiebt alles auf die N-Bank, die sich allerdings die Ratlosigkeit teilt. Hier hantieren beide mit Förderkriterien, die nicht hilfreich sind.

Das Land Niedersachsen wird mehr Fotovoltaik auf Freiflächen zulassen – eine sich verschärfende Flächenkonkurrenz könnte die Folge sein. Schaut man in Richtung Brandenburg, kann man sehen, daß hier komplett ohne EEG große Investoren auf den Zuschlag für tausende von Hektaren warten.

Sehr erfreut reagierte die Versammlung und der Landesvorstand auf den ausdrücklichen Wunsch des Ministers und der Abgeordneten Karin Logemann einer weiteren intensiven Zusammenarbeit.

Vor dem Mittagessen berichteten Georg Janßen über Aspekte der Bundesebene und hier über eine Einladung, das Punktesystem der AbL für die GAP Regelungen auf europäischer Ministerebene vorzustellen. Annemarie Volling gab uns einen kompakten Abriß über erneute Versuche die Gentechnik hoffähig zu machen. Sie entfaltete hier ihren außerordentlichen Wissensschatz zum Beispiel über die harten Bandagen in der Pflanzenzüchtung durch Patentrechte. Eigentlich ist aber alles nur gruselig. Sie bat erneut darum, Stellung zu den Crispr/Cas9 Verfahren zu nehmen.


Nach dem Mittagessen und der Pause, in der mal wieder direkt miteinander gesprochen werden konnte, gings in die MV. Ottmar und Ebi spannen einen weiten Bogen über die Arbeit des vergangenen Jahres; zwar ist Onlinevorstand normal geworden und viel Arbeit ist routiniert darüber abgewickelt worden, aber einige Themen lassen sich so nicht gut angehen. Das Agrarbündnis in Niedersachsen leidet sicherlich besonders unter Corona. Im Agrardialog geht es den dort vertrenen landwirtschaftlichen Verbänden um eine gemeinsame Postion in der aktuellen Entwicklung. Ottmar und Georg werden uns hier vertreten. Überraschender- und freundlicher Weise konnten wir bei Frau Otte-Kinast ihre Unterstützung im Bundesrat beim AbL Projekt Agroforst feststellen.

Dann führte uns Christian Schüler als Versammlungsleiter und Malin Tiebel als Protokollantin durch den Kassenprüfungsteil und die Entlastung des Vorstandes. Die finanzielle Situation ist derzeit zufriedenstellend.

Gernot von Beesten schied auf eigenem Wunsch aus und für ihn kommt Klaus König-Hollrah aus der Nähe von Göttingen ins Team.


Dann gings nach Kaffee und Kuchen von Hemmingen aus zurück ins unsere Provinzen. Gut wars für die vierzig Mitglieder – gut wars für unsere AbL!