15.12.2025

Politik muss ins Handeln kommen. Es braucht Marktrahmenbedingungen

Anlässlich der Proteste von Bäuerinnen und Bauern zu den stark fallenden Erzeugerpreisen vor allem im Milchsektor fordert die AbL Bundesminister Rainer und die Agrarpolitiker:innen im Bundestag auf, die Proteste der Bäuerinnen und Bauern ernst zu nehmen und notwendige Marktrahmenbedingungen jetzt umzusetzen.  

Ottmar Ilchmann, AbL-Landesvorsitzender in Niedersachsen, sagt:

„Es ist absolut nachvollziehbar, dass Bäuerinnen und Bauern jetzt protestieren. Die Politik ist bislang dem Deutschen Bauernverband gefolgt und hat sich gegen notwendige Marktrahmenbedingungen gestellt. Das ist fatal, dann wir Bäuerinnen und Bauern haben mit den Verbraucher:innen gemeinsam, dass wir eine extrem schwache Stellung in der Wertschöpfungskette haben. Das sind die jüngsten Ergebnisse der Monopolkommission. Wenn die Politik diese Marktsituation einfach nur abwartet, dann ist sie dafür verantwortlich, dass wieder viele Höfe aufgeben werden. Wir brauchen verpflichtende Verträge vor Lieferung für Milch und auch alle anderen landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Menge, Preise, Laufzeit und Qualitäten müssen vor Lieferung festgelegt werden, wie es alle Unternehmen in jedem anderen Wirtschaftszweig auch machen. Deutschland blockiert derzeit noch positive Ansätze der EU.“

 Claudia Gerster, AbL-Bundesvorsitzende, führt weiter aus:

„Wir bekommen immer mehr Auflagen und Anforderungen, die uns mehr Geld kosten. Gleichzeitig sinken die Preise, das ist absurd. Die Vertragspflicht muss gut ausgestaltet sein, um zu wirken. Das heißt, Genossenschaften sind mit einzubeziehen, damit auch die Genossenschaften mit konzernähnlichen Strukturen erfasst werden. Während Genossenschaften wie Arla und DMK Verträge verhindern wollen, hat die genossenschaftliche Molkerei Allgäu Milch Käse erst kürzlich geäußert, dass gut ausgestaltete Verträge jetzt hilfreich und zielführend wären. Dass Bundesminister Rainer jetzt veraltete Konzepte wie Exportstrategie aus der Mottenkiste holt, empört uns. Das nutzt ausschließlich exportorientierten Molkereien. Sie brauchen billige Milch, um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein. Im kommenden Jahr will die EU die UTP-Richtlinie überarbeiten. Wir fordern, dass ein Gebot der Kostendeckung eingeführt wird, damit die Wertevernichtung auf unseren Höfen wirksam verboten wird.“

Link:
Stellungnahme der AbL hier