Bundesprogramm Umbau der Tierhaltung gestrichen:

Besichtigung des NEULAND-Betriebes Asbrock in Melle mit Ministerpräsident Olaf Lies und Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte

12. Februar 2026 

Der NEULAND-Verein ist als landwirtschaftlicher Fachverband Träger des NEULAND-Programmes für Produkte aus besonders tiergerechter Haltung und seit über 35 Jahren Pionier in innovativen tiergerechten Haltungsverfahren, deren Kennzeichnung und Vermarktung. Am 12.02.2026 hat er anlässlich der Streichung des Bundesprogramms zum Umbau der Tierhaltung Ministerpräsident Lies und Landwirtschaftsministerin Staudte auf den NEULAND-Betrieb von Gerrit Asbrock eingeladen. Anika Berner und Ottmar Ilchmann, Landesvorsitzende der AbL Niedersachsen/Bremen folgten gemeinsam mit Vertreter:innen des Landvolks und des BUND Niedersachsen ebenfalls der Einladung. Der NEULAND-Verein hatte den Niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies und die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte auf den NEULAND-Betrieb von Gerrit Asbrock eingeladen, um die Sinnhaftigkeit des Bundesprogrammes aufzuzeigen und die Folgen des vorzeitigen „Aus“ zu benennen. Als Junglandwirt und Hofnachfolger hat der 23-jährige Gerrit Asbrock einen neuen Abferkelstall für 40 Sauen und 750 Mastschweineplätze gebaut. Die Investition von circa. 3 Mio € war nur möglich, da mit dem Bundesprogramm „Umbau der Tierhaltung“ eine Förderung in Höhe von 1,4 Mio € zur Verfügung gestellt worden ist und mit der Marke NEULAND ein Vermarktungskonzept vorhanden war.

Betroffen von der Streichung im Rahmen des Wegfalls des Bundesprogramms ist die Förderung der laufenden Kosten für die besonders tiergerechte Haltung der Sauen, Ferkelaufzucht und Schweinemast ab 2028 und das Ende der Förderung für Investitionen in der Schweinhaltung, mit Antragsende zum 31.8.26.
 


Das Tierhaltungsland Niedersachsen ist das Land mit der bundesweit größten Nachfrage nach dem investiven Bundesförderprogramm. In Niedersachsen steht bei 1.200 Sauenhalterinnen und -haltern der Umbau des Deckzentrums bis 2029 und der des Abferkelbereichs bis 2036 bevor, so die anwesende Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte, die weiterhin bemängelt, dass die betroffenen Bundesländer vor der Entscheidung des Bundeslandwirtschaftsministers nicht kommunikativ eingebunden wurden. Pläne des BMEL, die Bereitstellung von Mitteln über die Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und Küstenschutz, kurz GAK, statt über ein Bundesprogramm zu organisieren, würden das tierreiche Niedersachsen, weil der Verteilungsschlüssel der GAK sich bislang nicht an den Tierzahlen der Bundesländer orientiert.

Auch die AbL Niedersachsen/ Bremen schließt sich der Einschätzung der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin an. Ottmar Ilchmann, Landesvorsitzender der AbL Niedersachsen/Bremen, kommentiert: 

„Das Bundesministerium hat mit der Streichung bereits eine Menge Vertrauen bei den niedersächsischen Tierhalter:innen verspielt. Wir fordern das Bundesministerium mit Nachdruck auf, eine Lösung für die Tierhalter:innen Niedersachsens zu finden, die sich auf den Weg gemacht haben oder machen wollen, mehr Nachhaltigkeit und Tierwohl auf ihren Betrieben zu ermöglichen. Das diese Aufgabe gesellschaftlich gewollt und erwartet wird, ist nicht erst seit den ZKL-Ergebnissen bekannt,“

Hofbesichtigung in Melle