Verliehausen, 14. Januar 2026
Rund 60 Organisationen aus Landwirtschaft und Zivilgesellschaft demonstrieren am 17. Januar dafür, dass Bäuerinnen und Bauern bei der Umsetzung einer Umwelt- und tiergerechten Landwirtschaft politisch unterstützt werden. Auch aus Niedersachsen/ Verliehausen fährt Landwirt Friedbert Leßner zum Protest.
Friedbert Leßner, Landwirt aus Verliehausen in Niedersachsen:
„Ich fahre nach Berlin um den Landwirtschaftsminister daran zu erinnern, wie wichtig gesunde Böden, sauberes Wasser und nicht zuletzt regionale Versorgung durch uns Landwirte sind. In Berlin werde ich auf viele Kollegen und Kolleginnen treffen, die sich im Bundesgebiet mit ihren Treckern auf den Weg gemacht haben.“
Das „Wir haben es satt“ - Bündnis kritisiert die schwarz-rote Bundesregierung, die ihnen zufolge einen agrarpolitischen Rückwärtsgang eingelegt hat. Sie beziehen sich dabei auf die Streichung der Förderung für mehr Tierwohl in der Tierhaltung und das Hinauszögern einer staatlichen Tierhaltungskennzeichnung. Verurteilt wird auch die Haltung Deutschlands bei der Deregulierung von Gentechnik, zur Unterstützung des Mercosur Abkommens auf EU Ebene und den drohenden Streichungen von Fördergeldern für Gemeinwohlleistungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).
Friedbert Leßner:
„Als Landwirte haben wir einen großen Einfluss auf funktionierende Ökosysteme, unser aller Lebensgrundlage. Die Arbeit, die wir in Tierschutz, Umweltschutz und Klimaschutz stecken, muss auch kostendeckend honoriert werden, genauso wie die Lebensmittel, die wir erzeugen.“
Hintergrund: Pro Tag schließen aktuell in Deutschland rund 7 Höfe. Neugründungen sind im Gegenzug aber kaum zu verzeichnen. Insgesamt steht die Landwirtschaft damit vor einem Nachfolgeproblem, welches durch die hohen Investitionskosten in Land, Technik und Neubauten hervorgerufen wird, welche geringen Erzeugerpreise gegenüberstehen. Das betrifft nicht nur die Landwirtschaft selbst, sondern auch das Leben auf dem Land insgesamt – von Arbeitsplätzen über Handwerksbetriebe bis hin zu Dorfgemeinschaften und regionaler Versorgung. Gleichzeitig verarmen die Landschaften, die Vielfalt der Tier-, Pflanzen- und Pilzarten nimmt jährlich ab. Dieser Verlust bedroht nicht nur Lebensräume, sondern auch gesellschaftlich wichtige Ökosystemleistungen wie Bestäubung, saubere Gewässer und stabile Böden, von denen unsere Landwirtschaft und alle Menschen hier im Land direkt abhängig sind. Landwirt Friedbert Leßner sieht den Zusammenhang dieser beiden Probleme und macht sich deshalb wieder auf den weiten Weg nach Berlin.
Link: Infos zur Demo in Berlin: https://www.wir-haben-es-satt.de